Thursday, March 11, 2010

GMX empfiehlt Linuxern unsicheren Microsoft-Browser

Wenn man aktuell mit einem Linux-Rechner die GMX-Webseite www.gmx.de aufruft, dann bekommt man im oberen Bereich einen gelb hinterlegten Hinweis: Sie surfen mit einer älteren Browserversion. Besser und schneller im Web mit dem neuen Internet Explorer- Jetzt downloaden! Früher hat GMX mal den Mozilla Firefox empfohlen, aber Microsoft hat jetzt wohl mehr geboten!? Ich habe mich auf jeden Fall erst mal bei GMX beschwert, wenn die schon die Daten Browserversion ihrer Besucher auslesen, dann sollten die auch das Betriebssystem beachten. Die Daten stehen da eh alle in der Browserkennung drin. Ich muss mal prüfen, ob man das nicht im Adblocker ausschalten kann.

Thursday, December 10, 2009

ElsterFormular über Proxyserver

Heute hatte ich wieder ein sehr nerviges Problem mit dem Elster-Formular. Es musste wieder mal eine Umsatzsteuermeldung raus, nur wollte das schöne Programm vom Finanzamt nicht mehr über den Squid-Proxy senden. Fehlermeldung: ************** ElsterFormular 2008/2009 Meldungstext ELSTER-Fehler Programmversion: 10.3.2.0 Fehlermeldung einer ELSTER-Telemodul-Funktion: Errorcode: 252 Im XML-String konnte der Text nicht gefunden werden. ************** Nachdem ich alles mögliche mit dem Squid probiert habe, habe ich kurzerhand den tinyproxy genommen. Das Gateway hat Debian Lenny apt-get install tinyproxy Dann noch die /etc/tinyproxy/tinyproxy.conf angepasst. Port von 8888 auf Port 8080 geändert Allow 192.168.16.14 (IP vom Elster-Client hinzugefügt) Natürlich sollte man die IP dem Client im DHCP-Server fest zuweisen. Dann ein beherztes /etc/init.d/tinyproxy restart Achtung /etc/init.d/tinyproxy reload scheint nicht sauber zu funktionieren. Dann den Proxy-Port im Elster von 3128 auf 8080 geändert und es funktionierte auf Anhieb. Der Squid bleibt dann eben noch für die Anwender mit Authentifizierung.

Sunday, November 29, 2009

Sidux Erweiterungs (Multimedia) Script

Für ältere Rechner installiere ich gerne Sidux mit XFCE oder ab 512MB mit KDE. Um die Installation zu vervollständigen habe ich mir einen kleinen Script geschrieben. Den packe ich einfach auf meinen Webspace und lade ihn dann einfach nach der Sidux-Grundinstallation mit wget in der Konsole herunter und starte ihn. Danach ist der neue Sidux-Rechner komplett. Also Konsole öffnen, dann: wget http://meinwebspace.xy/sidux.sh sux sh sidux.sh ################################################################################## #!/bin/sh # Automatische Multimedia Installation fuer Sidux if [ "$(id -u)" != "0" ]; then echo "Skript muss mit Rootrechten (sh deb) gestartet werden" exit fi # echo "deb http://ftp.de.debian.org/debian unstable main contrib non-free" > /etc/apt/sources.list.d/debian.list echo "# deb-src http://ftp.de.debian.org/debian unstable main contrib non-free" >> /etc/apt/sources.list.d/debian.list echo "deb http://sidux.com/debian/ sid main contrib non-free firmware fix.main fix.contrib fix.non-free" > /etc/apt/sources.list.d/sidux.list echo "#deb-src http://sidux.com/debian/ sid main contrib non-free firmware fix.main fix.contrib fix.non-free" >> /etc/apt/sources.list.d/sidux.list echo "deb http://www.debian-multimedia.org sid main" > /etc/apt/sources.list.d/multimedia.list apt-get -y update apt-get install -y --force-yes debian-multimedia-keyring apt-get -y update echo "########### SIDUX kde oder xfce ??????????????????????? ##################" echo ".................... kde / xfce..........................................." read antwort if [ $antwort == xfce ] ; then # Installation fuer xfce apt-get install -y xfce4-places-plugin gimp apt-get install -y grip gedit file-roller thunar-archive-plugin apt-get install -y pidgin apt-get install -y audacious audacious-plugins audacious-plugins-extra streamtuner streamripper ln -s /usr/bin/audacious2 /usr/bin/xmms apt-get install -y gnome-games xskat frozen-bubble supertux apt-get remove -y elinks-lite apt-get install -y openoffice.org openoffice.org-help-de apt-get install -y network-manager-gnome apt-get install -y tsclient apt-get install -y audacity apt-get install -y filezilla gedit # Thunderbird bzw. IceDove apt-get install -y icedove icedove-l10n-de apt-get install -y iceowl-extension else # Installation fuer KDE apt-get install -y kdegames frozen-bubble supertux apt-get install -y kde-i18n-de apt-get install -y gwenview apt-get install -y digikam kipi-plugins imagemagick showfoto apt-get install -y k3b k3b-i18n libk3b3-extracodecs apt-get install -y kde-style-qtcurve gtk2-engines-qtcurve apt-get install -y kcontrol tango-icon-theme kde-style-qtcurve gtk2-engines-qtcurve fi # Installation Multimedia apt-get install -y sun-java6-plugin apt-get install -y flashplayer-mozilla adblock-plus apt-get install -y vlc apt-get install -y lame apt-get install -y ffmeg apt-get install -y ttf-mscorefonts-installer apt-get install -y mozilla-mplayer apt-get install -y --force-yes w32codecs libdvdc**2 # sonstige Programme und Anwendungen apt-get -y install wine apt-get -y install cups-pdf # System apt-get install -y smartmontools smart-notifier apt-get install -y usplash gdebi echo set nocompatible > .vimrc chmod 666 .vimrc echo set nocompatible > /etc/skel/.vimrc # Aufraeumen apt-get -y autoremove apt-get -y clean # Nochmal Systemupdate vorbereiten apt-get -y dist-upgrade -d #Kleine Gedankenstuetzen #Autologin KDE aktivieren #sux #dbus-launch systemsettings #Systemupdate mit ... #apt-get update && apt-get dist-upgrade -d #init 3 #apt-get dist-upgrade exit ################################################################################## GNOME-Fans welche sich weder mit KDE noch mit XFCE anfreunden können, können auch zuerst mit der XFCE-Version eine Grundinstallation durchführen und dann auf der Konsole folgendes eingeben: sux apt-get install gnome Danach hat man Gnome 2.28.0 auf dem System, welches man nur beim ersten Login einmal auswählen muss.

Sunday, September 27, 2009

Besonders benutzerfreundlich durch Linux Betriebssystem

Am Wochenende bekommen wir immer unsere Kleinanzeigenblätter ins Haus. Natürlich sind da immer zahlreiche Werbebeilagen dabei. Unter anderem war heute eine Beilage vom einem kleinen Fernseh-Fachgeschäft - welches wohl zur Fachhändler-Gruppe "select" gehört. Mittendrin war nun ein Kathrein HDTV-Satelliten-Reciever UFS 90 welcher mit "besonders benutzerfreundlich durch Linux Betriebssystem" beworben wurde: Bild vom Prospekt Gibt es überhaupt noch digitale Sat-Reciever ohne Linux? Das fragen sich bestimmt auch viele Windowsnutzer, wenn sie die Werbung von den PC-Herstellern durchlesen: ".... empfiehlt Original Microsoft Windows ..." Aber die Krönung war an diesem Wochenende die Überschrift auf der DELL-Beilage zum neuen ct-Magazin. "Windows. Leben ohne Grenzen. DELL empfielt Windows." Von wegen "Leben ohne Grenzen", bei Windows bekommt der Anwender jede Menge Fußfesseln. Windows 7 Sünden

Wednesday, September 23, 2009

Greylisting ist immer noch die effektivste Art E-Mail-Spambekämpfung

Ich betreue mehrere Mailserver mit extrem viel E-Mail-Traffic pro Tag. Wir haben auf unsere Hauptdomain ein Greylisting aktiviert. Zusätzlich haben wir eine professionelle Spam & Virus Firewall im Posteingang. Wenn ich mir nur die Logfiles der E-Mails durchschaue, dann hat die teure "Anti-Spammaschine" mit unserer per Greylisting vorgefilterten Hauptdomain kaum Arbeit. Bei den anderen Domains kehrt sich das ganze um, obwohl dort der gesamte E-Mail-Traffic wesentlich geringer ist. Ich überlege wirklich, ob wir uns nicht den nicht gerade unwesentlichen Kostenfaktor der "Anti-Spammaschine" sparen können. Denn mit Greylisting und ein paar intelligenten Regeln im Postfix ist man genau so effektiv. Deshalb verwundert es auch nicht, das es diese sinnvolle Funktion bei unserer "Anti-Spammaschine" gar nicht gibt, denn dann würden die Kunden ja gar nicht mehr sehen, was die Maschine alles filtert. Häufig genannte Probleme bei Greylisting und die Wahrheit 1. Jede Mail an Sie wird um einige Minuten oder gar Stunden verzögert. Bei einem intelligenten Greylisting wird - wenn überhaupt - nur die allererste E-Mail von dem Absender einmal verzögert. Die Dauer entscheidet der einliefernde Mailserver vom Absender. Bei uns werden zum Beispiel Absender mit einem sauberen SPF-Record einfach durchgewunken. 2. Ein Spammer sendet auch gerne zweimal. In unseren Logfiles kommen von 10.000 E-Mails am Tag weniger als echte 10 Spams durch. Wenn man als Spammer Erfolg haben will, dann muss man innerhalb kurzer Zeit Millionen E-Mails versenden. Da geht es rein technisch gar nicht, alle E-Mails mit Fehlermeldung zwischenzuspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren Zustellversuch zu unternehmen. 3. Mail bleiben länger beim Sender im Mailpuffer und sorgen für Belastung beim Provider. Das Problem haben nur Spamversender. Siehe Antwort zu These 2 4. Firmen mit dynamischen IP-Adressen jedoch müssen mindestens für die Zeitdauer die gleiche IP-Adresse behalten, sonst können Sie überhaupt keine Mails mehr senden. Wenn man als Firma unbedingt einen eigenen Mailserver betreiben will, dann sollte man es richtig machen! Ansonsten ganz einfach den Mailserver bzw. Postausgang vom eigenen Provider verwenden. Siehe auch: Spam mal anders: Wer sind Spammer? Wie arbeiten und verdienen sie? (Video)

Thursday, October 18, 2007

Was ist nur aus Microsoft geworden?

Was treibt die Jungs aus Redmond/USA nur immer wieder zu solchen vollkommen überflüssigen Aktionen? Updates werden heimlich eingespielt, das renommierte Internationalen Organisation für Normung (ISO) manipuliert (Quelle 1, Quelle 2 und Quelle3 Vista wird von den Privatkunden und Unternehmen nicht angenommen Quelle 1, Quelle 2. Als Softwarehersteller würde ich jetzt alles daran setzen die Ursachen heraus zu finden und abzustellen. Aber statt dessen kommt wieder Herr Ballmer mit seiner Behauptung, dass Linux angeblich geistiges Eigentum von Microsoft enthält. Obwohl jeder - im Gegensatz zu den Microsoft-Produkten - den Quelltext von Linux einsehen kann, wurde noch nie ein Beweis für die Behauptung gefunden. Da spielt jemand mit offenen Karten und sein Gegenüber beschwert sich, dass man angeblich in seinem verdeckten Blatt geschaut hat. Das klingt nicht nur krank, sondern ist es auch. Aber nur weil es mit EDV zu tun hat und der weitaus größte Teil der Menschheit keine Ahnung davon hat, kann man als Chef eine riesigen Softwarekonzerns mit solchen Behauptungen Aufmerksamkeit erregen Quelle . Dann erdreistet sich noch ein weiterer großer amerikanischer Hardwarehersteller zukünftig nicht nur seine Server sondern auch seine PCs mit Linux als Alternative anzubieten. Quelle 1, Quelle 2. Vielleicht hat ja Microsoft schon erkannt, dass man proprietäre Software nicht mehr allein mit einer riesigen Marketingmaschine verkaufen kann. Vielleicht haben sie sich ja auch deshalb schon mal um die passenden OpenSource Lizenzen gekümmert? Quelle.

Saturday, July 28, 2007

Helpdesk im Mittelalter

Ich habe lange nicht mehr solche Tränen gelacht. Genau so sieht mein Job noch heutzutage aus. Jeden Tag begegne ich Leuten die keine Lust haben etwas neues zu erlernen und mit denen man dann endlose Diskussionen führt warum sich die Menschheit und die Technik weiter entwickelt.

Friday, April 20, 2007

Was ist härter? 2.0

Ich möchte hier mal etwas Werbung für den Song Was ist härter? 2.0 von JAMMIN INC aus Braunschweig machen. Der Song gehört zu den Siegertiteln des 3. OpenMusicContests. In dem Song geht es um die Macht der Medienbranche, die ihre Kunden verärgert und kriminalisiert.

Thursday, April 19, 2007

Statt it-fitness.de besser Microsoft-Bedienfittness.de

Dieser Tage habe ich mich mal wieder mit www.it-fitness.de beschäftigt. (Das Projekt wurde von Microsoft initiiert und von unserer Bundekanzlering auf der letzten CeBIT präsentiert.) Diesmal bin ich bis zur Frage 35 gekommen, dann gab es wieder einen Fehler. Des Weiteren sind mir auch einige inhaltliche Fehler aufgefallen und es werden sehr viele produkt spezifische Fragen gestellt. Mit IT-Fitness hat das nicht unbedingt viel zu tun, wenn man weiß welchen Button man in einer alten Excel Version klicken muss um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Zumal die Benutzeroberfläche in Office 2007 wieder komplett anders aussieht. Das wäre ja so als wenn man in der Führerscheinprüfung erklären müsste, wie man den Nebelschlussleuchte eines Volkswagen Golf 4 einschaltet. Auch wenn das Projekt von Microsoft initiiert wurde, geht es momentan an dem gesteckten Zielen vorbei. Wenn wirklich Jugendliche in der Berufsfindung, Auszubildende, Schüler, berufliche Wiedereinsteiger, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen angesprochen werden sollen, um ihnen eine gute Basis für bessere Berufschancen zu geben. Dann müssen grundlegende Kenntnisse zur IT erfragen werden. Beispiel: "Was muss ich tun um eine bestimmte Aufgabe zu lösen?" Und nicht: "Wo muss ich klicken, damit eine produkt spezifische Aktion ausgelöst wird." In der Fahrschule lernt man Autofahren und nicht die Bedienung von einem Volkswagen! Zum Beispiel enthält der Fragekatalog die Frage: "Welche der unten aufgeführten sind die bekanntesten Textverarbeitungsprogramme?" Sind es wirklich verwertbare IT-Kenntnisse wenn man die Produktnamen in einem sich kontinuierlich ändernden Bereich beherrscht? Da wäre doch eine allgemeingültige Frage sinnvoller: "Was ist eine Textverarbeitung?" Nicht jeder Bundesbürger kann sich teure kommerzielle Software leisten. Immer mehr Privatleute als auch Unternehmen setzen in den letzten Jahren lieber auf Freie-Software. Da bei diesem Projekt auch die öffentliche Hand beteiligt, sollte die Verpflichtung zur Barrierefreiheit durchgängig sein.

Saturday, May 27, 2006

Über den Tellerrand ...

Wenn man in der IT-Branche tätig ist, dann bekommt man doch regelmäßig die eine oder andere Einladung zu einer Produkt Präsentation namhafter Hersteller. So war ich vor ein paar Tagen von einem lokalen Dienstleister zu einem Citrix Solution Seminar eingeladen. Da wir Open-Source-Anwender ja weltoffen sind und gerne mal über den Tellerrand schauen, machte ich mich auf den Weg in das gute Hotel. Freundlicher Empfang von 2 Damen am Seminarraum. Letzterer war perfekt ausgestattet mit Getränken und gemütlichen Sitzen und Werbedekoration des Herstellers. Zuerst gab ein Mitarbeiter des gastgebenden Dienstleisters eine Einführung und danach bat er den Citrix Referent nach vorn. Dann begann ein perfekt gestylter und rhetorisch geschulter Mittdreißiger mit seinem Programm. Entweder war es der Kaffee oder Vortrag, jedenfalls überkam mich in diesen gemütlichen Sitzen keinerlei Müdigkeit. Ohne „Ähs“ und „Ohs“ oder Händen in den Hosentaschen – wie man es ja schon bei so manchen Vorträgen aus der Open-Source-Gemeinde gewohnt war – ging der erste Teil relativ flott voran. Unter anderem war mir neu, dass Citrix schon fast komplett zu Microsoft gehört. Des Weiteren wurde die komplette Citrix Produktpalette vorgestellt, welche sich nicht nur auf Terminalserverdienste beschränkt. Zum Beispiel liefert Citrix einen Passwortmanager für alle Anwendung innerhalb einer Terminalserversitzung. Der Anwender muss sich dann nur noch ein Masterkennwort merken, eine Smartcard oder vorzugsweise den kleinen Citrix-Codegenerator verwenden. Sowas war für mich zwar nicht neu, aber in der Runde gab es doch positive Zustimmung zu diesem innovativen Feature. Ebenfalls bietet der Hersteller jetzt eine Möglichkeit zur Fernbetreuung von Userdesktops an, welches über Port 80 durch jede Firewall hindurch den Bildschirm von Anwendern/Kunden auf den Admindesktop bringt. Einen Hinweis zu den zahlreichen altbekannten Alternativprodukten habe ich mir gespart. Im zweiten Teil ging es nur etwas mehr ins Detail. Das Seminar stand ja unter dem Kontext „Sicherheit“ und somit wurden die Sicherheitsmerkmale und passende Lösungen des Herstellers vorgestellt. Der Citrix Netscaler ist eine Appliance welche bei 75 Prozent aller Internetseiten eingesetzt sein soll und z.B. Angriffe auf Webserver zuverlässig abwehren kann!? Dann ging es noch um die „einzigartige“ SSL VPN Anbindung von externen Mitarbeitern. Man kann den Citrix Access Manager so einrichten, dass er Notebooks erst herein lässt, nachdem diese auf aktuelle Sicherheitspatches und vorhandener Antivirensoftware überprüft wurden. Meine Frage, ob für die Installation der notwendige AktiveX Komponente auf dem Notebook Administratorrechte erforderlich sind, konnte der Redner nicht beantworten, verwies mich aber rhetorisch geschickt auf eine anschließende persönliche Klärung. Anmerkung: Auch nach dem Vortrag konnte er mir die Frage nicht beantworten! Nebenbei gab er dem anwesenden Fachpublikum noch einen Tipp für eine fremde Softwarelösung, welche es ermöglicht beliebige Datenträger so einzubinden, sodass man von diesen Systemen keine ausführbaren Programme starten kann. Mein Einwand, dass dieses sensationelle Feature schon ewig zum Standard unixartiger Betriebssysteme gehört, schmetterte er mit dem Kommentar ab; „Man könne ja die Zeit nicht zurück drehen!“ Spätestens dort wurde mir klar, dieser Mann war nur eine perfekt geschulte „Verkaufsmaschine“ mit absoluten Tunnelblick für die eigenen Produkte. Es wurde zwar mal kurz bei der Präsentation auf die Möglichkeit der Anbindung von Unix Systemen gesprochen, Linux wurde aber mit keinem Wort erwähnt. Nach der Mittagspause mit lecker Fingerfood sollte eine Livepräsentation mit ISDN-Zugriff auf das Citrix-Demo-System erfolgen. Vorne stand ein Dell-Notebook mit einem total „verbasteltem“ Windows XP. Bei dem Anblick kamen mir Assoziationen zu einem auf modern getunten und gnadenlos tiefer gelegten Opel Manta. Der Zugriff auf die Citrix-Demo-Farm funktionierte beim zweiten Versuch, allerdings wegen Wartungsarbeiten auf den Servern nur eingeschränkt, der Besucher der Demoseiten wurde in roter Schrift darauf hingewiesen. Dann versuchte man einen anderen Zugang. Allerdings benötigte man dazu Zugangsdaten welche der Vortragende sicherheitshalber in einem Word Dokument abgelegt hat. Damit nicht alle Seminarteilnehmer das Kennwort mitlesen können, stellte man den Beamer unscharf. Auch dieser Zugang funktionierte nicht, aber zum Glück gab es noch eine animierte Powerpoint Präsentation als Backuplösung für solche Fälle. Aber was soll ich sagen, diese Präsentation wurde mit Office XP erstellt, und auf dem Notebook war allerdings Office 2003 installiert, was leider die Animationen ziemlich durcheinander wirbelte. Fazit: Ich möchte mich hier nicht in Schadenfreude baden, jeder der mal Vorträge oder Schulungen gegeben hat, kennt diese Pannen. Mir selber ist das ja auch schon passiert, aber hinter mir steht auch kein weltbekannter Softwarekonzern. Trotzdem werde ich weiterhin auf solche Veranstaltungen gehen um meinen Horizont erweitern oder um ahnungslose Mitmenschen vor den Nachfahren der Heizdeckenverkäufer zu warnen.

Tuesday, May 09, 2006

Kupermann auf dem Linuxtag

Das Mark Shuttleworth das Universum besser kennt, als sein Mitstreiter aus Redmond, dürften fast alle Linuxer inzwischen mitbekommen haben. Nun wurde er am Samstag den 06. Mai 2006 auf dem Linuxtag in Wiesbaden mit viel Applaus begrüßt. Seinen Vortrag hielt er im großen Konferenzsaal der Rhein-Main-Halle vor ca. 450 Zuhörern. Er hatte ein IBM Notebook mit Ubuntu in der aktuellen Dapper Drake Version, welches an 2 Beamer rechts und links vom Rednerpult angeschlossen war. Zum Einstieg erklärte er erst mal seine Beweggründe, und überraschte vielleicht den ein oder anderen Zuhörer mit seiner Aussage, dass jeder ein System nutzen soll, mit welchem er am besten klar kommt. Es bringt überhaupt nichts, jemanden mit allen Mitteln zu Linux zu drängen. Er möchte ein einfaches Betriebssystem, dass dem Benutzer alle Freiheiten lässt, welches Richard Stallman genauso begeistert wie die Deutsche Bank. Sich selber bezeichnete er dabei als Chef-Träumer. Etwa nach 15 Minuten legte er sein Jacket auf das Rednerpult mit den Worten und begründete es damit, dass es doch sehr warm in dem Gebäude ist. Doch dann öffnete er sein Hemd in Supermann-Manier und zum Vorschein kam ein großes "K" vom KDE Logo auf dem T-Shirt. Diese Showeinlage sollte deutlich machen, dass er Kubuntu als gleichwertig zu Ubuntu betrachtet. Manche mögen ja zweifeln, warum ein Milliardär aus Südafrika so edle Ziele verfolgt?! Sein Kollege aus Redmond gibt im Jahr ebensoviel Geld für gemeinnützige Zwecke aus. Nur wer mal die Lebensläufe der Beiden vergleicht, dem wird Mark doch deutlich sympathischer sein. Interview mit Mark Shuttleworth bei pro-linux.de

Wednesday, April 05, 2006

Lieber Lizenzkosten zahlen, als Mitarbeiter fortbilden!?

Man kann es Tag für Tag in deutschen Unternehmen erleben, die EDV-Kenntnisse der Mitarbeiter bewegen sich auf ganz niedrigen Niveau. Doch statt man in Fortbildung investiert, werden aus Bequemlichkeit lieber Lizenzen z.B. für ein Office-Produkt einer amerikanischen Firma investiert. Nur weil die Mitarbeiter daheim ein Produkt des gleichen Herstellers installiert haben und wissen wie der Drucker-Button aussieht. Unter Umständen wird von den Mitarbeitern daheim sogar gezwungenermaßen mit einer illegalen Schwarzkopie gearbeitet. Einmal weil sie wegen der letzten Lohnkürzungen kein Geld mehr für Originalsoftware haben und zum anderen, weil den Kindern in der Schule keine freie Wahl der Office-Anwendung gelassen wird. Dort ist die Ursache dann wieder bei den Lehrern, welche ihre 68er Freiheitsideale schon längst verworfen haben. Wir drehen uns also im Kreis, die Kinder werden immer dümmer, weil die Erwachsenen zu blind oder zu bequem sind und die Gefahr nicht erkennen. Dieses Phänomen lässt sich in alle unsere Wirtschafts- und Lebensbereiche übernehmen, es gibt doch kaum noch Bereiche die nicht von Bits und Bytes kontaminiert sind. Ich finde es extrem gefährlich, wenn man sich in einem so elementaren Bereich so extrem abhängig von einer einzigen Firma macht. Jeder der auch nur ansatzweise etwas von Betriebswirtschaft versteht, müsste sich jetzt eigentlich fragen was wir für Alternativen haben und ob es überhaupt noch welche gibt. Ja es gibt Alternativen: OpenOffice.org wäre z.B. ein gute Office-Alternative. In der aktuellen Version ist diese Software auch optisch kaum noch von dem Produkt der amerikanischen Firma zu unterscheiden. Der größte Vorteil ist allerdings, OpenOffice.org ist OpenSource Software, d.h. es ist selbst für den Einsatz im Unternehmen vollkommen Lizenz kostenfrei! OpenOffice.org bietet noch einen weiteren Entscheidenden Vorteil, es wird schon jetzt das verwendet schon ein International vereinbartes offenen Dokumentenformat für einen Barriere-freien Austausch von Dokumenten. (Eine Art ISO-Norm im EDV-Bereich) Somit ist sicher gestellt, dass man auch noch in 20 Jahren auf die eigenen Dateien zugreifen kann. Jetzt fragt man sich natürlich, warum hat mir das mein IT-Leiter, mein Dienstleister oder die Fachabteilung noch nie vorgeschlagen? Mögliche Antworten: Angst vor Neuem, Angst vor Kompetenzverlust, erfolgreiche Lobbyarbeit des alten Lieferanten usw. Genau hier ist momentan eine ganz gravierende Schwachstelle in deutschen Unternehmen! Unabhängigen Beratung, damit man aus diesem Teufelskreis heraus kommt, gibt es z.B. hier, hier oder hier.

Saturday, February 11, 2006

10 Goldene Regeln für einen erfolgreichen IT-Dienstleister

  1. Mach was der Kunde will und verwirre ihn nicht mit irgendwelchen Sicherheitsbedenken. Den Kunden interessiert in erster Linie die schnelle unkomplizierte Lösung seines Problems.
  2. Es reicht vollkommen aus sich mit Fachzeitschriften wie Computerbild und Chip fortzubilden. Es wird dir immer einen gesunden Wissensvorsprung vor deinen Kunden sichern.
  3. Falls der Kunde auf einen Qualitätsnachweis besteht, dann mach eben mal die MCSE Prüfung. Die Fragen und Antworten für die Prüfung findest du im Internet und kannst sie vorher auswendig lernen.
  4. Erwähne vor deinen Kunden mit keinen Wort, dass es lizenzkostenfreie OpenSource Alternativen gibt, da kommen nur unbequeme Fragen!
  5. Empfehle deinen Kunden immer nur die Produkte, die einen gewissen Verbreitungsgrad haben. Qualität und versteckte Lizenzkosten spielen keine Rolle. Hier zählt nur eine lange Referenzliste und das Argument: "Das Produkt ist der Marktführer" So hast du immer eine super Ausrede wenn irgendwas schief geht: "Das haben Alle so gemacht, was hätten wir sonst nehmen sollen?"
  6. Stell dem Kunden nicht zu viele Fragen zu seiner vorhandenen IT-Landschaft. Das verwirrt den Kunden nur und dir geht eventuell der Auftrag verloren. Geh einfach immer von einer Standard-Konfiguration aus, die Nacharbeit bringt zusätzliche Einnahmen!
  7. Verkaufe deinen Kunden immer die billige Standardlösung, erwähne nie vor Vertragsabschluss Lizenzeinschränkungen und weitere Anpassungskosten. Die Kunden haben sich an diese Praxis gewöhnt und die Konkurrenz macht das in ihren Angeboten genauso.
  8. Lass dir von deinen Kunden zur Sicherheit kleine Aktennotizen mit Hinweisen auf die fehlenden Lizenzen und Sicherheitskonzepte unterschreiben.
  9. Vergesse all deine jugendlichen Ideale und vermeide Perfektion. Auch wenn du von den verwendeten Produkten selber nicht überzeugt bist, der Einsatz von proprietärer und Patent geschützter Software eines Marktführers sichert dir das Einkommen!
  10. Es ist nicht so wichtig die verkaufte Software zu beherrschen. Bedenke immer, der normale Kunde hat von EDV absolut keine Ahnung. Deswegen ist es viel wichtiger die psychologisch geschickten Marketingsprüche des Software-Herstellers auswendig zu können, seien sie auch noch so absurd.

Diese 10 Regeln habe ich aus meinen Erfahrungen mit externen EDV-Dienstleistern und Softwareherstellern zusammen gestellt. Und täglich klopfen wieder neue - auch namhafte - Dienstleister an unserer Tür, die mindestens eine der oben genannten Punkte in ihr Guten Nacht Gebet einbezogen haben. Das schlimmste ist aber, dass viele Dienstleister und Softwarehersteller tatsächlich mit diesen Regeln überleben können. Denn die EDV ist immer noch ein wunderbares Betätigungsfeld für Nepper, Schlepper und Bauernfänger.